Farbmäuse und Katzen?

Diese Frage stellt sich recht häufig. Oftmals wollen sich Leute, die bereits Katzen halten, Farbmäuse anschaffen.

Wichtig ist, dass man sich bewusst ist, dass Katzen Raubtiere sind. Egal, wie lieb und freundlich sie sind und egal, wie gut man sie kennt: Sie bleiben Raubtiere. Man darf sie niemals unterschätzen. 90 % der Fälle, in denen Katzen die Farbmäuse am Ende doch bekommen und töten, passieren deshalb, weil die Halter die Katzen unterschätzt haben.

Aber es ist durchaus möglich, Farbmäuse und Katzen in einem Haushalt zu beherbergen.

Dies bedarf sehr großer Sicherheitsvorkehrungen:


Keine Kaufkäfige!

Käfige, die man so im Zoohandel kaufen kann, sind zu leicht. Egal, wo sie stehen, die Katzen können den Käfig umschmeißen oder vollständig auseinander nehmen. Volieren sind jedoch meist schwer genug. Ich würde jedoch in jedem Fall einen massiven Eigenbau empfehlen.




Käfig nirgendwo draufstellen!

Der Käfig darf auf keinem Tisch, Stuhl, Sideboard oder Ähnlichem stehen, wovon die Katze(n) ihn runterreißen können. Wenn der Käfig erhöht stehen soll, muss er mit dem Tisch oder Schrank oder mit der dahinterliegenden Wand fest verbunden (z.B. verschraubt) werden, damit er nicht umgeworfen werden kann. 


Doppelt gesichert!

Das Gitter des Käfigs sollte doppelt verdrahtet werden, damit die Katzen die Mäuse nicht durchs Gitter verletzen können. Dazu kann man zwei Schichten Volierendraht versetzt übereinander anbringen oder auch Alugaze mit Volierendraht oben drüber benutzen.




Käfigtüren sichern!

Die Käfigtüren sind die größte Schwäche der Käfige. Der Käfig muss ein Hochsicherheitstrakt sein. Massive Metallschieber und Überwürfe sind absolut wichtig. Sie müssen schwer auf- und zugehen und wenn nötig mit einem Schloss gesichert werden. Auch Karabiner kann man benutzen.

 

Merke: Katzen lernen durch Nachahmung. Je öfter sie dich dabei beobachten, wie du den Käfig auf und zu machst, desto schneller lernen sie, sich die Technik abzuschauen. Ich spreche aus Erfahrung! Katzen können die unmöglichsten Öffnungstechniken von Türen erlernen und perfektionieren! Unterschätzt auch scheinbar dumme Katzen niemals!


Katzen raus!

Sobald ihr am Käfig hantiert, müssen die Katzen raus. Die Zimmertür muss sicher verschlossen sein. Können die Katzen Zimmertüren öffnen (unsere können das), muss die Tür abgeschlossen werden.


Niemals nachlässig sein!

Kontrolliere immer doppelt, ob du den Käfig sicher verschlossen hast. Immer! Gehe niemals weg, mit dem Gedanken: "Ach, hab ich bestimmt zu gemacht." Vergewissere dich! Geh zurück und sieh nach! Ich selbst gehe tagtäglich mehrmals nachschauen, ob die Käfige verschlossen sind. Bevor wir das Haus verlassen, schaue ich nach.

Am Sichersten ist es, wenn die Katzen, sobald du das Haus verlässt, nicht im selben Zimmer, wie die Mäuse sind und auch nicht rein können.

Selbst wenn die Katzen freundlich und nett sind und ihr eure Hand dafür ins Feuer legen würdet, dass eure Mietze niemals einer Maus Schaden zufügen würde, vertraut nicht darauf!

Unsere Katze Lotta habe ich mit der Flasche aufgezogen. Sie bedeutet mir so viel. Und ich würde auch meine Hand dafür ins Feuer legen, dass sie niemals einer meiner Mäuse was zuleide tun würde. ABER: Es können Situationen entstehen, die unvorhersehbar sind. Folgende Szenerie ist exakt genauso geschehen: Maus wird von ihrem Menschen aufs Sofa gesetzt. Mietzi kommt vorbei und der Mensch denkt, die Mietzi tut schon nix. Aber die Mietzi ist nunmal furchtbar neugierig und setzt sich zu der Maus aufs Sofa - ohne was zu machen. Sie guckt nur. Die Maus läuft in Richtung Katze und ein tief versteckter Instinkt meldet sich. Maus beißt Mietze mit voller Kraft in die Pfote. Mietzi erschreckt sich und schlägt - für Katzenverhältnisse sehr halbherzig - nach der Maus. Maus fliegt vom Sofa, mit dem Kopf gegen den Couchtisch - Genickbruch. Maus ist tot.

Sowas kann jederzeit passieren. Und in so einem Falle tut die Katze das nicht, weil sie blutrünstig ist oder der Maus was tun wollte. Sie verhält sich so, wie eine Katze sich zu Artgenossen verhält: Wenn du mich beißt, hau ich dich.

Aber der Größenunterschied ist einfach zu heftig, als dass eine Maus sowas überleben könnte.

Bitte riskiert niemals das Leben eurer Mäuse. Lasst niemals Katzen und Mäuse zusammen. Ganz gleich, wie sehr ihr eurer Katze auch vertraut.

Ich würde Lotta bedingungslos mein Leben anvertrauen. Aber ich würde niemals das Risiko eingehen und ihr eine meiner Mäuse vor die Nase setzen.

Das Risiko kann man nicht berechnen. Und solange ein Risiko nicht berechenbar; nicht einschätzbar ist, ist es defenitiv zu groß!

Ergo: Keine Risiken!!

 

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